“Wie alles begann Teil III”

 

Hallo 🙂

Lange habe ich überlegt wie ich weiter schreiben soll, denn vieles habe ich schon erzählt. Aber ich fange einfach mal an. Ihr habt mitbekommen, dass die Ordensschwester gehen musste und danach eine Schichtdienstgruppe eingeführt wurde. Durch den ständigen Erzieherwechsel war es nicht leicht. Aber solche „Hürden“ schafft man auch 🙂

Zunächst gab es große Veränderungen. Im Wohnzimmer hing ein großer Dienstplan, der für mich nicht nur neu, sondern auch kompliziert war. Denn „früher“ wusste man einfach, dass immer die Ordensschwester und die Erzieherin Tag und Nacht da waren. Dies war nicht mehr der Fall, jeden Tag und jede Nacht waren andere Erzieher da und das war ungewohnt. Aber wie so oft im Leben gewöhnt man sich auch an diese Dinge 🙂
Ich möchte keinesfalls die Arbeit der Erzieher kritisieren, sondern euch einfach schreiben wie es mir mit den ganzen Umständen ging.
Es wurde viel verändert, was auch logisch war, da jede Person anders ist. Aber jede noch so kleine Veränderung war einfach nur schwer verständlich und machte mich damals wütend und traurig zugleich. Ich wollte es zu diesem Zeitpunkt nicht verstehen, wieso man die „Regeln“ nicht einfach so weiterlaufen lassen konnte wie bisher. Denn die neuen Schlafenszeiten waren schon sehr gewöhnungsbedürftig, mit 12/13 Jahren um 20 Uhr abends ins Bett gehen zu müssen, war gerade in den Sommermonaten schwierig.

Was bedeutet Hilfeplangespräch und warum gibt es dieses?

Zweimal im Jahr gab es ein Hilfeplangespräch, wie der Name schon sagt, ist es ein Gespräch zur Hilfe der Erziehung für Kinder / Jugendliche. Diese Gespräche fanden zwischen dem Kind, Jugendamtsvertreter, Sorgeberechtigten, Gruppenbetreuer, Erziehungsleiter und Fachdienst der Einrichtung statt. In einem Hilfeplangespräch geht es hauptsächlich um die Ziele des Kindes, Neuigkeiten, schulische Zielstellungen usw…. im Prinzip ging es um alles was das Kind betrifft. Solche Hilfeplangespräche sind gesetzlich vorgeschrieben.
Einige Wochen vor dem Gespräch , erhielt die Bezugserzieherin und ich einen mehrseitigen Entwicklungsbogen. Einige der Fragen lautete, ob man Kritikfähig sei, ob man auf das äußere Erscheinungsbild achte, ob das Kind mit Geld umgehen könne, wie es mit Konflikten zurecht käme und und und.., ihr seht schon ich könnte dieses Thema weiter ausbauen aber dann sitzen wir morgen noch da 😀

Während ich die Bögen ausfüllte fühlte ich mich unwohl, nicht weil ich mich nicht einschätzen konnte, ich fand sogar, dass ich mich sehr wohl, gut und wahrheitsgetreu eingeschätzt hatte, dennoch hatte ich das Gefühl als würde man nur aufgrund von Fakten beurteilt werden.

Da ich aber auf meinem Blog nicht zum ausheulen bin, sondern euch das POSITIVE daran mitgeben möchte, erzähle ich euch viele schöne Ereignisse.

Mein erster Urlaub am Meer: 

Als sich unser Haus mit den neuen Erziehern soweit eingespielt hatte, fuhren wir in den Urlaub nach Italien. Zum ersten Mal sah ich das Meer und die Vorfreude war riesig. In Italien angekommen fühlte ich mich pudelwohl. Wir urlaubten in einem kleinen idyllischen Orte in Ferienwohnungen und verbrachten jeden Tag am Strand – Hach, es war einfach herrlich. Nach einer Woche ging es (leider) wieder nach Hause.

Zuhause angekommen ging ich wieder meinen Hobbys nach, die meiste Zeit spielte ich mit meinen Freunden Basketball und Fußball, machten viele Spiele-Abende oder trafen uns einfach zum quatschen.
Dennoch liebte ich den Gegensatz zu all dem „Trubel“, alleine in meinem Zimmer zu sitzen, zu zeichnen, Keyboard zu spielen, nachzudenken und zu träumen. Oft träumte ich davon wie es wäre eine „richtige“ Familie zu haben…

Aber ich bin sehr dankbar dafür, dass ich dieses „Schicksal“ habe, denn sonst wäre ich nicht die Person geworden die ich heute bin und sonst hätte ich nicht all die wunderbaren Menschen kennen gelernt. Dieses Gefühl eine große Familie zu haben, ist viel mächtiger als der reine Gedanke wieso ich keine „richtige“ Familie habe. Denn so gesehen gibt es keine Richtlinien wie eine Familie aussehen sollte, man hat oft nur ein typisches Bild vor Augen, aber für jeden Menschen bedeutet Familie etwas anderes. Für die einen sind es die Eltern & Geschwister, für die anderen sind es Freunde, die Kollegen, oder Bekannte…

Egal welche Familie man hat oder sich aussucht, wichtig ist immer, dass man Menschen um sich herum hat, die einen so lieben wie man ist!

Ich danke euch allen fürs lesen. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr gerne kommentieren oder mich einfach per E-Mail oder in Facebook kontaktieren.

Bis bald, habt noch einen schönen Tag!

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren die glücklich sind.“
(Francis Bacon)

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2 Kommentare

  1. Antonia
    16. September 2017 / 15:24

    Mega <3 Du bist wirklich eine Inspiration. Freu mich schon auf mehr 🙂

    • dianabraemer
      17. September 2017 / 15:17

      Vielen Dank für die tollen Worte! 🙂

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